NEUE LÖSUNG ZUR ABSCHIRMUNG VON FRISCHETHEKEN

Laut DIN 10505 müssen Frischetheken lufttechnisch abgeschirmt werden. Das funktioniert. Nur sorgt das System auch für unerwünschte Zugerscheinungen hinter der Theke. Kampmann hat sich des Problemes angenommen.

Wer nicht gerade mit der Planung und dem Bau von Supermärkten zu tun hat, dem bleibt die Technik meist verborgen: Die Frischetheken, an denen Fleisch, Käse oder Fisch verkauft werden, sind durch einen Luftschleier geschützt, um Kontaminationen zu vermeiden. Direkt über der Glastheke wird Luft nach unten in Richtung Verkaufsraum ausgeblasen. Unterstützt wird dieser Prozess von weiteren (Drall-)Luftauslässen im Hygienebereich hinter der Theke, die für Überdruck sorgen. Leider ist das der Grund, warum auch das Thekenpersonal die Technik kennt – denn nicht selten sorgen die Auslässe im Hygienebereich für Zugerscheinungen.

Und so wird die Belüftung oft heruntergeregelt oder gar ganz ausgeschaltet, um dem Thekenpersonal eine zumutbare Behaglichkeit zu gewährleisten. Das ist aus menschlicher Sicht nur all-zu verständlich. Aus hygienischer Sicht ist das aber ein Problem, da eine effiziente Abschirmung idealerweise in der Kombination aus Luftschleier und Überdruck erreicht werden kann. Die DIN 10505, welche die „Abtrennung von nicht allseitig geschlossenen Lebensmittelverkaufsstätten“ definiert, wurde in den letzten Monaten überarbeitet, was Kampmann zum Anlass genommen hat, die technischen Möglichkeiten zu überdenken und eine Lösung für das Behaglichkeitsproblem zu schaffen.

Um dem Problem beizukommen, haben Kampmanns Ingenieure und Konstrukteure im unternehmenseigenen Forschung & Entwicklung Center eine klassische Frischetheken-Situation vereinfacht nachgebaut. Hier wurde zunächst der aktuelle lufttechnische Stand der Dinge installiert und analysiert, um anschließend an einer optimierten Lösung zu arbeiten.

Der Versuchsaufbau gestaltete sich folgendermaßen: Vor und hinter der Theke sind Messmonitore aufgebaut, die die jeweilige Kontamination messen. Ein im „Verkaufsraum“ platzierter Ventilator erzeugt eine Luftströmung von 0,3 m/s in Richtung der Theke, so wie es die DIN-Norm verlangt. Nun wird der Verkaufsraum mit einem Tracergas (SF6) kontaminiert. Dieses verhält sich sehr ähnlich zu Luft, kommt aber natürlicherweise nicht in ihr vor.

VERSUCHE IM FORSCHUNG & ENTWICKLUNG CENTER

Während der ersten Untersuchung blieb die Lüftungstechnik komplett aus. Und trotz des physischen Hindernisses der Theke war die Konzentration des Tracergases nach kurzer Zeit vor und hinter der Theke gleich. Im zweiten Versuch wurde die Belüftung nun nach den Anordnungsvorschlägen der DIN 10505 betrieben. Das beste Ergebnis erzielte die Kombination aus Luftschleier und Drallauslass. Die Messmonitore im Hygienebereich verzeichneten einen Rückgang der Belastung um 66 Prozent. Im dritten Durchgang ließen die Forscher die Luft aus dem Drallauslass weg, was zu einer signifikanten Verschlechterung der Abschirmung von minus 45 bis 55 Prozent führte. Auch die Erhöhung der Luftmenge aus dem Luftschleier führte zu keiner Verbesserung.

Der Versuch löst aber nicht das Problem der Zugerscheinungen. Das tut erst das eigens entwickelte neue Kampmann-Produkt: Der KaProtect.

Die Vorteile des neuen Gerätes lassen sich am besten am praktischen Beispiel erklären. Der REWE-Markt im münsterländischen Ascheberg betreibt seit einiger Zeit eine KaProtect-Musteranlage, und KAMPMANN HEUTE durfte sich außerhalb der Öffnungszeiten von der Funktionsweise überzeugen. Begleitet wurden wir von Jens Oudehinkel, dem verantwortlichen Produktmanager von Kampmann.

DER KAPROTECT: KOMBINATION AUS LUFTSCHLEIER UND LUFTAUSLASS

Die Verkaufstheke des REWE gehört zu den größeren, ist inkl. Umlenkung länger als 20 Meter und bietet Raum für Käse, Fleisch, Fertiggerichte und einen Grill. Die Decke über dem Hygienebereich ist abgehängt und normalerweise wären in den Rasterelementen die Drallauslässe installiert – doch in Ascheberg: Fehlanzeige. Denn ein Hauptmerkmaldes KaProtect ist, dass er Luftschleier und Auslass für den Überdruck in einem Gerät kombiniert. Trotzdem ist der KaProtect nur 30 Zentimeter breit und fügt sich dezent zwischen den Deckenelementen ein. Von unten betrachtet sehen wir drei Sorten von Luftauslass. Da ist zum einen der klassische Schlitzauslass, der für den Luftschleier zuständig ist. Etwa mittig des Gerätes befinden sich kleine, rund ausgestanzte Gitter. Diese stellen einen Quellluftauslass dar, der dem Luftschleier mehr Stabilität und eine höhere Eindringtiefe verschafft. In der dritten Reihe sind nach hinten gerichtete Schlitze eingelassen. Diese führen die Luft an der Decke entlang und sorgen für die Durchspülung des Hygienebereiches. Die ausgeklügelte Kombination dieser drei Elemente ermöglicht einen höheren Kontaminationsschutz bei gleichzeitiger Verminderung der benötigten Luftmenge.

Der KaProtect wurde auf einen Gesamtvolumenstrom von 250 m³/h optimiert. Das ist gegenüber der Luftmenge mit der üblicherweise benutzten Technik eine Einsparung von 200 m³/h. Das spart nicht nur Energie, es bringt auch mit sich, dass die Behaglichkeit deutlich zunimmt. Mit dem KaProtect wird die in der VDI 2082 geforderte Zugrate von 15 Prozent für Arbeitsplätze mit ständig sitzenden Personen noch unterschritten. Und das für einen Bereich, in dem die Mitarbeiter meist in Bewegung sind.

Auf den Punkt gebracht: Kaum Zugerscheinungen, geringer Energieverbrauch, effiziente Abschirmung – Kampmann hat das Problem gelöst!