Sind Sie ein Frischluftfanatiker, Herr Honer?

Die NOVA Apparate GmbH aus Donaueschingen am Rande des Schwarzwaldes ist Spezialist für Klimaanlagen größeren Zuschnitts. So wurden im Kö-Bogen in Düsseldorf RLT-Geräte mit einem Gesamt-Volumenstrom von 465.000 m³/h installiert. Geschäftsführer Patrick Honer berichtet in unserem Interview von diesem Projekt und von den Herausforderungen der Zukunft.

Herr Honer, bitte beschreiben Sie uns kurz, was NOVA genau tut.

Die Firma NOVA ist einer der traditionellsten und innovativsten Hersteller von sogenannten „Raumlufttechnischen Geräten“. Die RLT-Geräte der Firma NOVA werden ausschließlich in Nichtwohngebäuden eingesetzt. So werden Einkaufszentren, Hotels, Schwimmhallen, Krankenhäuser und Kinos genauso ausgestattet wie Bürohochhäuser, Industrieanlagen und so weiter.

Worin liegen die besonderen Stärken von NOVA?

Vor allem in der ausgeprägten Innovationskraft und der außerordentlichen Flexibilität. Unsere Lösungen sind stets exakt auf das jeweilige Projekt zugeschnitten. Jeder Auftrag ist eine neue, individuelle Herausforderung. So werden die Kundenbedürfnisse zu 100 Prozent erfüllt – und man kann sagen, dass das zu unserem Markenzeichen geworden ist. Zudem sind wir Gründungsmitglied des RLT-Verbandes, was uns zu Qualität und Energieeffizienz quasi verpflichtet.

Mit Ihren raumlufttechnischen Geräten sind Sie in zahlreichen Aufsehen erregenden, architektonisch spektakulären Gebäuden vertreten, wie etwa im BMW-Vierzylinder in München, der Deutschen Börse in Frankfurt oder im Kö-Bogen von Daniel Libeskind in Düsseldorf. Letzteres Projekt war das größte Ihrer Firmengeschichte. Wie kam das Geschäft zustande? Wie lief die Umsetzung?

Ja, der Kö-Bogen war schon ein Highlight – ein technisch höchst anspruchsvolles Projekt und ein äußerst futuristisches Gebäude. 16 RLT-Geräte mit Hochleistungs-Wärmerückgewinnung haben wir hierfür geliefert. Jedes Gerät wurde als Doppelplattentauscher mit integrierter indirekter, adiabater Kühlung sowie der dazugehörigen Kälte- und MSR-Technik ausgeführt. Die Hauptschwierigkeit waren die beengten Platzverhältnisse in den Lüftungszentralen, weswegen wir jedes Gerät passgenau in den Raum hinein konstruieren mussten. Dabei mussten wir sogar statisch notwendige Säulen des Gebäudes in den Gerätekubus integrieren! Auch das Einbringen der Anlagen in das Gebäude durch extrem enge Dachöffnungen war abenteuerlich – aber am Ende ist alles wie am Schnürchen gelaufen.

Das Projekt kam übrigens durch persönlichen Kontakt zustande. Die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist sicherlich unser wichtigstes Vertriebsinstrument.

Haben Sie zurzeit ähnlich spannende Projekte in der Umsetzung?

Vielleicht nicht architektonisch, aber technisch sehr interessant ist die Ausstattung eines Möbelhauses. Hierbei haben wir RLT-Geräte mit Luftmengen von bis zu 90.000 m³/h installiert. Diese sind mit integrierter Kältetechnik mit Umschaltung als Wärmepumpe sowie der dazugehörigen MSR-Technik ausgestattet. Somit benötigt der Bauherr zusätzliche Heizenergie nur in geringem Umfang. Ein energetisch gesehen sehr interessanter Ansatz!

Letztes Jahr haben Sie Ihre neue Produktlinie „HighLine“ auf den Markt gebracht. Können Sie in wenigen Worten beschreiben, was dieses System so fortschrittlich macht?

Gerne! NOVA HighLine ist ein Ergebnis aus der Zusammenarbeit zwischen Kampmann und NOVA. Wir integrieren in dem RLT-Gerät die KA2O-Technologie von Kampmann und ergänzen das Gerät wahlweise mit weiteren Komponenten, wie beispielsweise Schalldämpfern, Heizern, Kältetechnik als Direktverdampfung, MSR-Technik und so weiter. Wir passen somit das RLT-Gerät exakt an die Kundenvorgaben an. Der Clou bei der Geräteserie HighLine mit KA2O ist die Tatsache, dass wir sehr nah an die Sättigungslinie kühlen können und so auch bei Extrem-Temperaturen immer noch 18° C nach der adiabaten Kühlung in der Zuluft erreichen. Das kann dazu führen, dass überhaupt keine Kältemaschine mehr von Nöten ist.

Bei immer dichteren Gebäudehüllen wird das Thema Lüftung im wichtiger. Welche Lüftungs-Strategie empfehlen Sie Bauherren und Planern?

Bei immer dichteren Gebäudehüllen ist die kontinuierliche Zu- und Abführung der Luft unumgänglich – sonst sind nachhaltige Schäden an den Gebäuden sowie Schimmelbildung nicht zu vermeiden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Technik, auch vor dem Hintergrund der ab dem 1. Januar 2016 gültigen Öko-Design-Richtlinie, ausreichend Platz zur Verfügung gestellt wird. Intelligente MSR-Technik, zum Beispiel CO2-geführt, kombiniert mit einer hochwertigen WRG und einem optimierten Ventilator, sind die Schlüsselwörter.

Welchen Herausforderungen muss sich die Lüftungs-Branche in den kommenden Jahren stellen?

Die Komplexität der RLT-Geräte wird weiter zunehmen, das heißt die Beratungsintensität beim Kunden und Planer wird verstärkt werden. Wir müssen es schaffen, unsere Kunden weiterhin in dem rasanten technischen Fortschritt zu begleiten und mitzunehmen.

Seit 2011 kooperiert NOVA mit Kampmann. Welches vorläufige Fazit ziehen Sie aus der Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit zwischen Kampmann und NOVA hat Mitte 2011 begonnen. Beide Unternehmen ergänzen sich in den jeweiligen Marktgegenden prächtig. An diesem Entwicklungs-Prozess arbeiten wir täglich und kommen Schritt für Schritt voran. In der Praxis haben wir schon viele Projekte gemeinsam realisiert – zur Zufriedenheit von allen Beteiligten.

Letzte Frage: Beim ewigen Kampf im Büro um „Fenster auf“ oder „Fenster zu“ – welchen Part nehmen Sie da ein? Den Fröstler oder den Frischluftfanatiker?

Die Frage stellt sich nicht, denn wir liefern „genau dein Klima“ mit den NOVA-RLT-Geräten.

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